Eine Hüftarthrose äußert sich meist durch Schmerzen im Hüft- und Leistenbereich. Oft treten die Schmerzen am Anfang nur bei Bewegung auf. Mit dem Verlauf der Hüftarthrose kann der Schmerz allerdings auch in Ruhephasen vorkommen. Erfahren Sie mehr über die Ursachen einer Hüftarthrose, typische Symptome und welche Behandlungsmöglichkeiten bei einer Hüftarthrose vorgesehen werden.

Autorin:
Anna Bock,
Gesundheits­wissenschaftlerin

Review:
Marie Hohensee, Public Health
Letzte Überprüfung: Mai 2022

Autorin:
Anna Bock,
Gesundheits­wissenschaftlerin

Review:
Marie Hohensee, Public Health
Letzte Überprüfung: Mai 2022

Hüftarthrose

Eine Hüftarthrose, in den medizinischen Fachkreisen auch Coxarthrose genannt, äußert sich meist durch Schmerzen im Hüft- und Leistenbereich bei Bewegung. Im Gelenk werden die Knochen von Knorpel umgeben. Bei Arthrose wird diese schützende Knorpelschicht dünner und die Knochen können im schlimmsten Fall aufeinander reiben. Dies verursacht die typischen Schmerzen, kann aber auch zu Bewegungseinschränkungen führen.

Etwa 15-20 % der über 60-jährigen leiden an einer Hüftarthrose. Nach dem Kniegelenk ist das Hüftgelenk mit am häufigsten von einer Arthrose betroffen. Frauen leiden in der Regel häufiger an einer Hüftarthrose als Männer. Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln wird, da die Gesellschaft immer älter wird. Deshalb gewinnt die Arthrose im Hinblick auf Prävention und effektive Behandlungsmöglichkeiten zunehmend an Bedeutung.

Aufbau des Hüftgelenks

Das Hüftgelenk wird aus zwei Knochen gebildet: dem Oberschenkelknochen (Femur) und dem Hüftbein (Os coxae).

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Eine kräftige Kapsel umgibt das Hüftgelenk. Sie dichtet die Strukturen ab und produziert die Gelenkflüssigkeit. Dieser Schutzfilm ernährt den Knorpel und dient als Gleitmittel.

Die beiden Knochen sind durch einen schmalen Gelenkspalt getrennt. Der Gelenkknorpel überzieht den Hüftkopf des Oberschenkelknochens und die Hüftpfanne des Hüftbeins. Er dient als Gleitfläche und stoßdämpfendes Polster.

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Eine flexible Knorpelschicht auf den Gelenkflächen der Knochen gibt, wie ein Stoßdämpfer, unter Druck nach und federt Belastungen ab. Alltägliche Beanspruchungen kann der Körper für gewöhnlich gut selbst ausgleichen. Denn das geschädigte Gewebe der Gelenkknorpel kann sich zu einem gewissen Grad erholen. Diesen Prozess nennt man Regeneration.

Bewegungen im Hüftgelenk

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und ermöglicht nicht nur eine Beugung (Flexion) und Streckung (Extension) des Beins. Durch das Hüftgelenk können die Beine auch leicht nach innen- oder außen gedreht werden (Rotation). Außerdem können die Beine vom Körper weg gestreckt (Abduktion) und wieder zurückgeführt werden (Adduktion).  

Ursachen einer Hüftarthrose

Bei einer Hüftarthrose kann in primäre und sekundäre Hüftarthrose unterschieden werden.

Bei einer primären Arthrose lassen sich keine klaren Ursachen finden, die die Arthrose auslösen. Der natürliche Alterungsprozess und die Abnutzung des Knorpels werden als zentraler Faktor angesehen. Es gibt jedoch einige Umstände, die das Risiko für eine Hüftarthrose erhöhen. Wenn die Hüftarthrose auf ursächliche Faktoren wie Unfallfolgen, angeborene Gelenkfehlstellungen oder entzündliche Gelenkerkrankungen zurückzuführen ist, wird von einer sekundären Arthrose gesprochen.

Eine Hüftarthrose entsteht, wenn der Gelenkknorpel zwischen dem Oberschenkelknochen und der Gelenkpfanne immer dünner wird und aufreißt. Mit dem Verlauf der Abnutzung können auch Knochen, Gelenkkapsel und Bänder Schaden nehmen.

Risikofaktoren für Hüftarthrose

Verschiedene Risikofaktoren können das Auftreten einer Arthrose in der Hüfte begünstigen. Diese so genannten Risikofaktoren führen aber nicht automatisch zu einem schweren Verlauf. Sie können auch Möglichkeiten aufzeigen, den Verlauf einer Arthrose zu beeinflussen.

Fortschreitendes Alter

Im Laufe des Lebens steigt das Risiko für eine Hüftarthrose. Nur selten tritt die Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr auf. Doch bei etwa 80 Prozent der Menschen über 55 Jahre sind Anzeichen einer Hüftarthrose auf dem Röntgenbild zu erkennen.

Weibliches Geschlecht

Frauen haben ein etwa zweifach höheres Risiko als Männer, eine Hüftarthrose zu entwickeln. Sie klagen dabei auch häufiger über Schmerzen. Ob dieser Unterschied auf die Östrogenproduktion oder die Wechseljahre zurückzuführen ist, ist noch unklar.

Genetik

Einige Menschen haben eine vererbte Tendenz, eine Arthrose zu entwickeln. Ist in der Familie bereits Arthrose aufgetreten, kann das Risiko für eine Arthrose erhöht sein.

Übergewicht

Liegt eine Hüftarthrose vor, kann starkes Übergewicht (Adipositas) die Mobilisierung und Beweglichkeit zusätzlich einschränken

Körperlich belastende Berufe

Menschen in Berufen mit starker körperlicher Belastung, wie zum Beispiel in der Landwirtschaft oder im Bau, sind besonders häufig von einer Hüftarthrose betroffen. Auch andere Berufe, die mit schwerem Heben, langem Stehen oder täglichem Gehen über mehrere Kilometer verbunden sind, erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Hüftarthrose.

Verletzungen

Hüftgelenksverletzungen können das Risiko einer Hüftarthrose erhöhen, zum Beispiel wenn ein Bruch im Hüftgelenk Gelenkstrukturen beeinträchtigt hat. Auch der Bruch eines anderen Gelenks kann Ursache sein, wenn sich dadurch die Belastung des Hüftgelenks geändert hat.

Sport 

Einige Sportarten führen häufiger zu Gelenkverletzungen und fördern Hüftarthrose. Dazu gehören Ausdauersportarten wie Marathon und Kontaktsportarten wie Ringen oder Boxen. Besonders auch solche Sportarten, die schnelle Richtungswechsel erfordern, zum Beispiel Tennis oder Fußball. Laufen, sofern es nicht wettkampforientiert ist, erhöht nicht das Risiko für eine Arthrose.

Knochenfehlbildung

Einige Menschen werden mit nicht vollständig ausgebildeten Gelenkstrukturen oder Fehlbildungen der Gelenke geboren. Hierbei ist insbesondere die sogenannte Hüftdysplasie zu nennen. Dabei kann es durch die nicht vollständige Ausbildung der Gelenkpartner, also von Hüftpfanne oder Hüftkopf, zu einer frühzeitigen Arthrose kommen.

Stoffwechselerkrankung

Einige Stoffwechselerkrankungen können durch die Ablagerung von bestimmten Stoffwechselprodukten zu einer chronischen Entzündung führen und somit die Entstehung einer Hüftarthrose begünstigen:

  • Gicht – durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen (Urat)
  • Hämochromatose – durch Ablagerung von Eisen
  • Chondrokalzinose – durch Ablagerung von Kalkverbindungen

Symptome einer Hüftarthrose

Die Symptome einer Hüftarthrose unterscheiden sich stark von Person zu Person. Auch eine stark fortgeschrittene Arthrose kann symptomlos sein.

Die Beschwerden beginnen häufig schleichend, sodass viele Betroffene die ersten Anzeichen zunächst nicht bemerken. Zu den typischen Leitsymptomen einer Hüftarthrose zählen

  • Gelenkschmerzen,
  • Steifigkeitsgefühl und
  • Bewegungseinschränkungen

Gelenkschmerz in der Hüfte

Das Hauptsymptom einer Hüftarthrose ist der Gelenkschmerz. Klassisch ist ein Schmerz, der bei den ersten Schritten auftritt. Dieser wird Anlaufschmerz genannt und klingt nach einigen Metern ab. Nach einiger Zeit kommt es bereits bei etwas längeren Belastungen zu vergleichbaren Beschwerden.

Die Schmerzen werden in der Regel durch Überbelastung stärker und bessern sich in Ruhe. In schweren Fällen treten dann die Schmerzen auch in Ruhe oder in der Nacht auf.

Meist treten die Schmerzen in der Leiste auf und nicht an der Seite, wo das körpernahe Ende des Oberschenkelknochens zu tasten ist. In einigen Fällen können die Schmerzen jedoch auch in andere Bereiche ausstrahlen. Auch Schmerzen am Unterschenkel, am Knie oder am Gesäß sind möglich. 

Steifigkeitsgefühl nach Ruhephasen

Morgens oder nach längeren Ruhephasen kann sich das Gelenk steif anfühlen. Sobald das Gelenk nach dem Aufstehen bewegt wird, löst sich dieses Gefühl in der Regel wieder auf.

Bewegungs­einschränkungen

Bewegungseinschränkungen im Hüftgelenk können ebenfalls ein Symptom der Hüftarthrose sein. Zum Beispiel kann es schwierig sein, den Fuß bei gestrecktem Knie gerade nach vorn aufzusetzen oder nach innen zu drehen.

Zusätzlich kann es schwierig sein, das Gelenk zu beugen, was Schwierigkeiten beim Anziehen von Schuhen und Strümpfen bedeuten kann. Ein „Schonhinken“ als Folge einer eingeschränkten Beweglichkeit im Gelenk wird meist zuerst von anderen Menschen wahrgenommen.  

Diagnostik der Hüftarthrose

Bevor eine Behandlung geplant werden kann, wird eine ausführliche Diagnose erstellt. Bildgebende Verfahren, wie zum Beispiel Röntgen sind hierbei eine wichtige Maßnahme, um eine Diagnose zu bestätigen, den Schweregrad der Hüftarthrose einzuschätzen und den Behandlungsverlauf planen zu können.

Bei der so genannten Röntgendiagnostik untersuchen Ärzt:innen, ob und inwieweit sich der Körper bereits an die Veränderungen im Gelenk angepasst hat. Zu den Anpassungsreaktionen des Körpers gehört die Ausbildung von knöchernen Anbauten, eine vermehrte Knochenverdichtung oder Zonen, in denen sich der Knochen vermehrt aufgelöst hat.

Bei der Diagnostik wird die Hüftarthrose in mehrere Stadien unterteilt:

  • Stadium 0: Keine Arthrosezeichen
  • Stadium 1: Noch unsichere Veränderungen
  • Stadium 2: Beginnende Hüftarthrose mit leichten Veränderungen
  • Stadium 3: Fortgeschrittene Hüftarthrose mit mäßigen Veränderungen 
  • Stadium 4: Schwere Hüftarthrose mit ausgeprägten Veränderungen
Erfahren Sie mehr über die Stadien einer Arthrose

Röntgenbild 

Bei der Röntgenuntersuchung wird mit Hilfe von spezieller Strahlung ein Bild deines Gelenks erstellt (siehe unten). Bei der sogenannten Übersichtaufnahme des Beckens wird zunächst primär auf die Veränderungen im Gelenkspalt geguckt. Wenn die Größe des Gelenkspaltes im Hüftgelenk im Normbereich liegt, deutet nichts auf eine Arthrose hin. Wenn der Abschnitt zwischen dem Gelenkkopf und der Hüftpfanne jedoch geschmälert ist, ist es ein Anzeichen für einen Knorpelverschleiß. Je kleiner der Gelenkspalt, desto weiter fortgeschritten ist die Hüftarthrose. Das Röntgenbild gibt außerdem Auskunft über mögliche Ausstülpungen an den Knochen und der Knochenstrukturen unterhalb der Gelenkflächen. In dem dargestellten Röntgenbild einer Hüfte, ist der beschriebene Unterschied deutlich zu erkennen.

Das Hüftarthrose-Röntgenbild zeigt Hüftgelenke mit und ohne Arthrose.

Hüftgelenk mit und ohne Arthrose
Links (vom Betrachter aus) Hüftgelenk ohne Arthrose. Hier ist der Gelenkspalt zu erkennen. rechts ist ein Hüftgelenk mit Arthrose zu sehen: Der Gelenkspalt ist aufgrund des Knorpelabbaus deutlich verschmälert (Ansicht von Vorne).

Behandlung einer Hüftarthrose

Bei der Behandlung einer Hüftarthrose gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Ziel ist es, die Symptome zu lindern und die Bewegungsfähigkeit zu verbessern.

Es gibt keine bekannte Therapie, die Ihr Gelenk wieder vollständig heilen lässt. Sie können jedoch einige Faktoren, die zur Entstehung einer Hüftarthrose führen, positiv beeinflussen. Dadurch kann Ihnen ein aktives und zufriedenes Leben ermöglicht werden.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und Schwere der Arthrose.
Erfahren Sie hier mehr über:

  • Konservative Therapien
  • Operative Therapien
  • Gemeinsame Entscheidungen

Konservative Therapie

Unter der konservativen Therapie werden alle Behandlungsmöglichkeiten ohne Operationen zusammengefasst. Neben den behandelnden Ärzt:innen gibt es weitere Berufsgruppen, die in diese Behandlungsphase eingebunden werden können. Physiotherapeut:innen zum Beispiel helfen, durch gezielte Übungen, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer zu verbessern. Innerhalb dieser Gruppe kann zwischen medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapien unterschieden werden:

Medikamentöse Therapie: Bezeichnet alle Behandlungsansätze mit verschiedenen Medikamenten. Dabei kann zwischen verschiedenen Arten der medikamentösen Therapie unterschieden werden:

  • lokale Therapien: Bei der lokalen Therapie werden Medikamente in Form von Salben und Pflastern auf die Haut aufgetragen. Wirkstoffe aus dieser Gruppe sind unter anderem Ibuprofen und Acetylsalicylsäure. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Lokale Therapien können in den frühen Stadien einer Arthrose eine Linderung der Schmerzen bewirken. In der Therapie der fortgeschrittenen Hüftarthrose finden diese Therapien aber keinen wirksamen Einsatz.
  • orale Therapien: Orale Therapien beschreiben die Einnahme von Medikamenten in Tablettenform. Ist die lokale Therapie nicht erfolgreich oder ausreichend, um Ihre Beschwerden zu lindern, können Tabletten mit den folgenden Wirkstoffgruppen verordnet werden:

    • Nicht-Opioide Analgetika, wie zum Beispiel Paracetamol, Ibuprofen, ASS
    • Opioide, wie zum Beispiel Tramadol
      Das Ziel dieser Therapie ist ebenfalls eine Reduktion der Schmerzen und Entzündungen.
  • Injektionen: Injektionen sind Einspritzungen von Medikamenten in das Gelenk. Es wird unterschieden zwischen Einspritzungen mit Kortisol (Glukokortikoid-Injektionen) und mit Hyaluronsäure.
    Gelenk-Injektionen haben nur wenige Nebenwirkungen, allerdings besteht das Risiko einer Infektion. Es gibt nur wenige wissenschaftliche Studien, welche die Wirksamkeit dieser Injektionen speziell bei Hüftarthrose untersucht haben. Daher ist der Wirkungserfolg bei Gelenk-Injektionen in der Hüfte noch nicht umfassend wissenschaftlich gesichert.

Nicht-medikamentöse Therapie: Fasst Physiotherapie, physikalischer Therapie und Bewegungstherapie zusammen.

  • Physiotherapie:
    Ein wichtiger Bestandteil der nicht-medikamentösen Therapie ist gezielte körperliche Bewegung. Bewegung regt die Nährstoffversorgung des Knorpels an und fördert die Schmierung der Gelenkflächen. Zusätzlich werden die gelenksnahen Muskeln gestärkt und können das Gelenk bestmöglich unterstützen.

    Physiotherapie kann unter anderem die folgenden Elemente beinhalten:

    • Beweglichkeitstraining
    • Kräftigungs-, Dehnungs- und Gleichgewichtsübungen,
    • Bewegungsbad,
    • Laufbandtraining

    Die Physiotherapeut:innen passen diese Techniken individuell an Ihre Symptome an. Ziel ist eine Verbesserung der Beweglichkeit und Belastbarkeit des betroffenen Kniegelenkes. Außerdem sollen Schmerzen gelindert werden und Ihre Lebensqualität erhöht werden.

  • Orthopädietechnik:
    Unterstützende Gehilfen wie Stöcke oder Gehstützen können das betroffene Hüftgelenk entlasten Die Schmerzen können somit reduziert und Ihre Balance verbessert werden. Neben der Entlastung können falsche Wirbelsäulenhaltungen oder ein unvorteilhaftes Gangbild vermieden werden. 

  • Physikalische Therapie:
    Zur Physikalischer Therapie werden Behandlungen gezählt, die Wärme, Gleichstrom, Licht und Kälte anwenden.
    Man unterscheidet:

    • Hydrotherapie
    • Elektrotherapie/Ultraschalltherapie
    • Wärme- und Kälteapplikation
    • Massagen

    Im Vordergrund steht bei der Physikalischen Therapie eine Verbesserung der Beweglichkeit des Gelenkes und die Linderung der Schmerzen.

    Es wird noch weitere Forschung benötigt, um abschließende Aussagen über den Nutzen und mögliche unerwünschte Wirkungen der Physikalischen Therapie machen zu können. Aus diesem Grund empfehlen nicht alle Ärzt:innen physikalische Maßnahmen oder nur in Kombination mit Bewegungstherapie. 

    Besonders in den Frühstadien einer Arthrose können diese Therapien erfolgreich sein. Sie werden jedoch zu jedem Zeitpunkt empfohlen, da sie den Verlauf aller weiteren Therapien positiv beeinflussen.

Operative Therapie

Bei einer Hüftarthrose im fortgeschrittenen Stadium kann eine operative Therapie empfohlen werden. Es gibt verschiedene Arten von Operationsverfahren bei Hüftarthrose. Sie unterscheiden sich vor allem darin, ob das Gelenk ersetzt oder erhalten wird. Den Zeitpunkt einer solchen Operation sollten Sie sorgfältig mit Ihren Ärzt:innen besprechen. 

  • Zu den gelenkerhaltenden Operationsverfahren gehören:

    • Hüftgelenksspiegelung (Hüftarthroskopie)
    • Umstellungsoperation (Osteotomie)

    Bei gelenkerhaltenden Operationsverfahren des Hüftgelenks wird versucht, wichtige Gelenkstrukturen wie den Gelenkknorpel, die Gelenkkapsel oder Sehnen und Bänder zu erhalten und zu entlasten. Diese Eingriffe sollen Beschwerden lindern und eine gelenkersetzende Operation hinauszögern.

  • Gelenkersetzende Operationsverfahren:

    Wird ein beschädigtes Gelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzt, nennt man dies Gelenkersatz (Prothese). Der häufigste Grund für eine Gelenkersatzoperation sind anhaltende Schmerzen durch eine dauerhafte Belastung des Gelenks.  Erst wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft wurden, kann über eine Gelenkersatzoperation nachgedacht werden. Ein Gelenkersatz lindert meist erheblich die bestehenden Beschwerden und erhöht dadurch die Lebensqualität.

    Bei der gelenkersetzenden Operation kann entschieden werden, ob entweder ein Teil des Gelenks oder das gesamte Gelenk, bestehend aus Oberschenkelknochen und Hüftpfanne, ersetzt werden muss. Es wird deshalb in Teil-Endoprothesen (Hemiprothese) und Total-Endoprothesen (TEP) unterschieden:

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Gemeinsame Entscheidung 

Die Behandlung sollte auf einer gemeinsamen Entscheidung von Ihnen und ihren behandelnden Ärzt:innen basieren. Physiotherapeut:innen oder Osteopath:innen können ebenfalls mit eingebunden werden. Dies ist die Grundlage für einen effektiven und langfristigen Behandlungserfolg. Aktuell ist der Mehrwert der gelenkerhaltenden Therapie nicht vollständig wissenschaftlich gesichert. Als gesichert gilt, dass bei einer fortgeschrittenen Gelenkarthrose die gelenkerhaltenden Verfahren nicht angewandt werden können.

Erfragen Sie deshalb genau den Ablauf und die Alternativen ihrer Behandlung. Mit diesen Informationen können Sie sich aktiv in den Behandlungsprozess einbringen.

Allgemeine Maßnahmen

Zu einem ganzheitlichen Therapieplan gehören auch sogenannte allgemeine Maßnahmen wie Bewegung und Ernährung. Eine vollwertige Ernährung kann dazu beitragen, dass Sie sich gesund, fröhlich und vital fühlen. 

Übungen bei Hüftarthrose

Sport und regelmäßige Bewegung können für Sie vielleicht schlecht vorstellbar sein. Jedoch kann ein kombiniertes Training ergänzend zur Physiotherapie die aus Kräftigungs-, Beweglichkeits- und Ausdauerübungen Schmerzen lindern und die Gelenkfunktion verbessern. Schon zehn Minuten Bewegung am Tag reichen aus, um eine deutliche Verbesserung der Gelenksituation herbeizuführen und die Symptome einer Arthrose zu lindern.

Mehr über Sport mit Hüftarthrose, erfahren Sie hier:

Sport & Bewegung mit Arthrose

Ernährung bei Hüftarthrose

Bei einer Arthrose spielt die Ernährung sowohl präventiv als auch therapeutisch eine wesentliche Rolle. Mithilfe einer ausgewogenen Ernährung könne die Gelenkknorpel mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden, wodurch Entzündungen in den Gelenken gehemmt werden können.

Starkes Übergewicht kann die Beweglichkeit und Mobilisierung bei einer Hüftarthrose zusätzlich einschränken. Eine Gewichtsabnahme kann die Symptome daher häufig lindern.

Mehr über Ernährung bei Hüftarthrose, erfahren Sie in unserem Artikel „Arthrose und Ernährung“.

Ernährung bei Arthrose

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